Gregors Flug ins Engadin

Kaum zu glauben, da stand der Duo bereit und keiner wollte mitfliegen. Man schaut sich um und der Einzige, der da noch – aus anderen Gründen herumsteht – ist Gregor, einer unserer Flugschüler. Er fliegt schon alleine, aber in den Bergen war er bislang noch nicht.

Es gab noch noch drei andere Flugschüler, so würde es nicht auffallen, wenn einer fehlt und Gregor wurde als Copilot, Luftraumbeobachter und Ballast rekrutiert. In der Grabbelkiste fanden sich lange Hosen, eine warme Jacke und ein Pullover für den Notfall.
Kurze Zeit später fand er sich hinter der Bravo-Tango wieder, auf dem Weg in die Berge. Der Pilot gab ihm eine Kamera – es wurden 380 Bilder und 800 MB Filme, hier einige der besten.

Und was bekam er nicht alles zu sehen… Der erste Versuch in die Soyern zu gelangen scheiterte an mangelnder Höhe und der Vorsicht des Piloten, der Flug schien beinahe in der Jachenau zu enden, denn der Latschenkopf, der sonst zuverlässig Thermik liefert, zeigte sich von der launischen Seite. Aber sie fanden dann doch wieder Aufwind und ein weiterer Vorstoß führte zum Erfolg. Die Soyern lieferten den Einstieg ins hohe Gelände, nun ging es Schlag auf Schlag: Arnspitzen, Wetterstein, Hohe Munde, Mieminger, Tschirgant, Venetberg, kaum wurde gekurbelt. Weiter nach Landeck, der Einstieg ins Unterengadin war geschafft.

Am Muttler wurde es etwas undurchsichtig, die Aufwinde wollten nicht so recht mitspielen, der Duo verlor etwas Zeit. Aber dann ging’s noch schneller, im Vorflug wurde selten die 150er-Marke unterschritten. Vom Piz Nuna bis zum Moutas Muragl war es nur noch ein Katzensprung. Breit und weiß lag der Berninagletscher vor ihnen. Doch nicht gezögert, gewendet, nun flog man mit dem Wind im Rücken auf Nordostkurs. Fast ohne Kreise ging es über die Ötztaler Richtung Alpenhauptkamm.
Das Alles also würde Gregor demnächst selber erforschen… Die Alpen, ein riesiger Spielplatz für die Segelflieger!


Er sah die Dolomiten in der Ferne, sie verloren sich beinahe in einem einsamen Tal südlich des Alpenhauptkamms. Der ewige Schnee der Hohen Tauern gleißte im Cockpit; Gregor lernte das Pinzgau kennen, die kleinteiligen Kitzbühler, der Flug führte an den Leongangern vorbei, fast zum Steinernen Meer, zurück über den Wilden Kaiser. Dann ein paar Fehleinschätzungen und so erlebte er die erste Landung auf einem fremden Flugplatz: in Kufstein.

Am Ende landeten sie aber doch wieder in Königsdorf und Gregor hatte keine Worte mehr.

Hier kann man den ganzen Flug im OLC nachverfolgen

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