Das Matterhorn hat gerufen

Betrübte Blicke waren in den Gesicherten der Königsdorfer Segelfliegern zu verzeichnen, als letzte Woche in manchen Alpenregionen von 30cm Neuschnee die Rede war. Doch die Wetterprognosen für das verlängerte Wochenende ließen Grund zu Hoffnung – die Alpenregion soll unter Hochdruckeinfluss geraten – Und das heißt in aller Regel: Gutes Flugwetter.

Früh, war in den Wetterberichten absehbar, dass Sonntag und Montag zu den besseren Tagen für lange Streckenflüge zählen sollen. So konzentrierten sich die Piloten am Samstag darauf, möglichst viele Punkte für die Bundesliga, U25-Liga und Alpenliga zu sammeln. Vormittags waren die Flugstrecken von geringen Steigwerten und nicht all zu hoher Basis geprägt. Dies was sicherlich auch den ausgeprägten Schneefeldern geschuldet, die eher an ein Landschaftsbild von Anfang April erinnerten. Gegen Nachmittag stiegen die Temperaturen schließlich stark genug an, um genügend Quellbewölkung mit starken Steigwerten zu bilden und es konnten schnelle Schnitte für die Ligawertung erzielt werden.

Sonntag zeichneten sich in der Vorhersage die besten Bedingungen im westlichen Alpenraum bis weit in die Walliser Alpen hinein ab. So begaben sie die drei Piloten Mathias Schunk (PM), Jochen Pauls (JP) und Nikolai Wolf (2T) in jeweils drei Einsitzern sowie das Doppelsitzer Team Thomas Lehmann und Martin Hafner (EM) auf West-Kurs. Während den ersten 150km hatten alle Piloten mit schwierigen Bedingungen, ähnlich dem Vortag zu kämpfen und kamen nur sehr langsam voran. Als Sie schließlich im Oberengadin und Rheintal angekommen waren, wurde es schlagartig besser. Die Flugstrecke war durch schöne Cumulus-Bewölkung gezeichnet und lieferte kontinuierliche Steigwerte, die das Vorankommen wesentlich erleichterten.

Aufgrund der Optik entschied sich die Mehrheit der Piloten zunächst weiter auf Süd-Kurs, Richtung St. Moritz zu bleiben und wählten schließlich eine für den Sommer eher ungewöhnliche Route über den Maloja Pass. Ihre weitere Streckenführung leitete sie durch die wundervolle Berglandschaft nördlich des Comer Sees, Luganersees und des Laggo Maggiores. Nordwestlich Domodossola führte die Route schließlich über den Simplon Pass ins Wallis an den Eingang des Matter-Tals. Erst jetzt, ca. 30km vor dem Ziel konnten die Königsdorfer Piloten erste Blicke auf das am Ende des Tals imposant thronende Matterhorn erhaschen. Ehrfürchtig folgten sie dem Kurs gen Süden, entlang der fast 1000m höher ragenden Felswände. Gegen 15:30 Uhr Ortszeit erreichten die Piloten schließlich die Wende und flogen bis auf wenige Kilometer an die gigantische Nordflanke des Matterhorns heran. Für wenige Kreise war es ihnen vergönnt diesen eindrucksvollen Anblick zu genießen, bevor sie sich wieder auf den 350km langen Heimweg begeben mussten.

Der Montag sollte noch bessere Flugbedingungen mit sich bringen, wodurch sich fünf weitere Piloten (Andrea Abt – AA, Jakob Edmaier & Paul Ramsauer – 2A, Oliver Wolfinger – BM, Matthias Sauter – OK) auf das Abenteuer zum Matterhorn begaben. Auch sie berichteten von unbeschreiblichen Eindrücken und atemberaubenden Bergkulissen.

Es gilt der Glückwunsch an alle Piloten, die diese eindrucksvollen und anspruchsvollen Flüge absolvierten!!!

Das Matterhorn hat gerufen – und die Königsdorfer folgten ihm.

https://www.onlinecontest.org/olc-3.0/gliding/flightinfo.html?dsId=7250959

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