Am Samstag war ja das Wetter nicht fliegbar, und so wurde in der Werkstatt und am Flugplatz weiter die Saison mit Arbeiten an Flugzeugen und Hecken vorbereitet. Aber am Sonntag ist die Sonne wieder rausgekommen, und der Ostwind hat auch den Schnee vom Flugplatz geblasen, sodass wir ab 3 Uhr wieder mit dem Motorsegler fliegen konnten. Leider war aufgrund des Ostwinds eine F-Schlepp für die Segelflieger nicht drinnen, sonst wäre es sehr schönen gewesen, den steifen Ostwind zum dynamisch Segelfliegen zu nutzen.
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Letzten Samstag konnten wir endlich richtig mit dem Segelfliegen beginnen. In der ersten Thermik des Jahres haben viele Piloten ihre Eingewöhnungsflüge nach dem Winter absolviert. Einige haben die Gelegenheit genutzt mit Ziellandungen zu zeigen, daß sie wieder (oder immer noch) fit für die bald kommenden Überlandflüge sind.
Unser Duo Discus, die LS4 und der Astir konnten nach der winterlichen Wartung wieder aufgebaut werden – und der Duo auch gleich reichlich genutzt: so wurde damit der erste Streckenflug von Königsdorf aus geflogen, der in der Wettersteinwelle in eine Höhe von mehr als 3.500 Metern führte.
Die AR ist nach über 3 Monaten Pause wieder startklar. Bitte führt Eure ersten Flüge grundsätzlich mit Fluglehrer durch.
Die Freigabe für Alleinflüge erfolgt nach Ermessen des Fluglehrers.
Danke für Euer Verständnis und einen guten Start in die neue Saison wünscht Euch
Josef Schmutterer
Die ersten Tages des Jahres brachten auch gleich den ersten Alleinflug von Joe Eberl. Nachdem Joe in November mit der Schulung angefangen hatte, und bei jedem fliegbaren Wetter geschult hat, konnte er sich dann im neuen Jahr, sobald der sein Flugtauglichkeitszeugnis vom Fliegerarzt erhalten hatte, frei fliegen. Seine drei Flüge im Alleinflug meisterte er nach nur 25 Schulstarts bravourös.
Normalerweise herrscht am Segelflugplatz in Königsdorf während der kalten Jahreszeit Winterschlaf. Lediglich die Flugschüler des SFZ Königsdorf drücken die Fliegerschulbank während des Theorieunterrichts und in den Werkstätten herrscht Hochbetrieb bei den Wartungsarbeiten.
Am Donnerstag jedoch startete Wolfgang Hake jun. zu einem ganz außergewöhnlichen Segelflug. Die Thermik kann momentan nicht als Aufwind der lautlosen Gleiter genutzt werden, da die Sonneneinstrahlung, der Motor für die thermischen Aufwinde viel zu schwach ist. Bei der in der letzten Woche vorherrschenden Föhnwetterlage bilden sich jedoch so genannte Leewellen aus. Durch den starken Föhnwind, der aus Süden über die Alpen hinweg bläst bilden sich Luftschwingungen, vergleichbar mit einer Welle, die sich hinter einem Stein bildet, der sich im fließenden Wasser befindet. Diese Fönwellen auszunutzen gelang dem 21-jährigen Hake, ein für die Jahreszeit bemerkenswerter Flug.
Nach dem Schlepp hinter der von Edi Eichenseher gesteuerten Schleppmaschine klinkte Hake über dem Trimini bei Kochel aus, wo erfahrungsgemäß bei solchen Wetterlagen die erste nutzbare Welle steht. Nach kurzem Suchen fand er dann auch ein gutes Aufwindfeld und konnte mit durchschnittlich zwei Meter pro Sekunde bis auf 3700 Meter steigen. Gegen den mit bis zu 70 km/h starken Wind flog der Maschinenbaustudent Richtung Süden vor und konnte über dem Karwendelgebirge erneut einen Wellenaufwind finden. Über Leutasch konnte er sogar bis 4500 Meter Höhe steigen, was in diesem Gebiet die maximal erlaubte Flughöhe von der Flugsicherung. Hierbei atmete er Höhensauerstoff aus der mitgeführten Sauerstoffanlage. Trotz der dicken Winterkleidung wurde es bei Außentemperaturen um minus 15° Celsius nach fünf stündigem Flug doch „ziemlich kalt, vor allem an den Füßen“, die im Cockpit unter der Abdeckung nicht der wärmenden Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, wie Hake nach der Landung verriet. Insgesamt gab es an diesem Tag in ganz Europa nur zwei Segelflieger, die diese Wetterlage zu Wellenflügen nutzen.
1.: In 3700 Meter Höhe in der Föhnwelle über dem Walchensee
2.: In 4.300 Meter Höhe in der Föhnwelle über dem Karwendelgebirge
3.: In 4.500 Meter Höhe in der Föhnwelle über Leutasch





